Acht von 19 niederbayerischen Eisenbahnstrecken erfüllen das berüchtigte 1.000er Kriterium nicht!

    Schuberl: “Das ist Sabotage des ländlichen Raums”

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    27. Dez. 2018 –

    1.000 Personen müssen auf jedem Kilometer Strecke am Tag fahren, damit sich für die Bayerische Staatsregierung die Reaktivierung einer Bahnstrecke lohnt. “Diese absurde und willkürlich festgelegte Regelung verhindert die Reaktivierung vieler Bahnstrecken am Land” empört sich der grüne Landtagsabgeordnete Toni Schuberl. Konkretes Beispiel ist die Bahnstrecke Gotteszell – Viechtach im Landkreis Regen.

    Wie willkürlich diese starre Grenze sei, werde daran deutlich, dass mehr als ein Drittel der niederbayerischen Eisenbahnstrecken dieses 1000er Kriterium nicht erfüllen. Dies ergibt sich aus einer aktuellen Auskunft auf eine Anfrage des Abgeordneten bei der Bayerischen Eisenbahngesellschaft.

    Niemand denkt daran, diese Strecken wie Pfarrkirchen – Passau oder Zwiesel – Grafenau zu schließen, nur weil sie teilweise mit weitem Abstand die vor Jahrzehnten festgelegte „1.000-Personen-Kilometer-Schwelle“ nicht erreichen. Aber wieso werden in anderen Bundesländern erheblich niedrigere „Personen-Kilometer-Werte“ als Kriterium genutzt? Wieso wird hier mit zweierlei Maß gemessen? Wieso müssen Strecken, die mit viel Herzblut und ehrenamtlichen Bürgerengagement in eine „Probezeit“ –wie z.B. die Verbindung am Schwarzen Regen entlang zwischen Gotteszell und Viechtach -  hinein gekämpft wurden, mit dem Damoklesschwert über sich alles tun, um diese „1.000er Hürde“ zu erreichen?

    In München, Nürnberg oder Augsburg sei es ein Leichtes, noch weitere S-Bahnlinien zu bauen, die schnell dieses Kriterium erfüllen. Im ländlichen Raum brauche es aber dringend eine Verkehrswende und eine Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs, ist sich Schuberl sicher. Wer es mit der Förderung des ländlichen Raums ernst meine, der dürfe den Bayerischen Wald nicht mit München vergleichen und damit jede Initiative abwürgen.

    Schuberl fordert Runden Tisch zur „Personen-Kilometer-Regelung“

    Dabei seien sich viele regionale Politiker und große Bevölkerungsteile einig, dass es sowohl aus verkehrs- und klimatechnischer Sicht, als auch volkswirtschaftlich ein unverzeihlicher Fehler wäre, durch diese Zahl eine erprobte Schieneninfrastruktur abzuwürgen. Schuberl weiter: „Diese willkürliche Vorschrift hat mit gesundem Menschenverstand nichts zu tun! Behörden, Lokal- und Landespolitik sollten an einen ‚runden Tisch‘ und diese existierende Verkehrsverbindung für die Region gemeinsam zukunftsfest beschließen. Denn das 1.000er Kriterium ist Sabotage des ländlichen Raums”, schimpft der grüne Abgeordnete.

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