• von links nach rechts: Christine Aigner, Tobias Martin, Toni Schuberl, Franziska Sänftl, Thomas Maier
    v.l.n.r.: Christine Aigner, Tobias Martin, Toni Schuberl, Franziska Sänftl, Thomas Maier

"Es darf kein zweites Wallersdorf geben!"

Oder: Gründächer, eigene Energieerzeugung, geschlossene Kreisläufe, und Erhalt des Biotops eine echte Innovation „made in Niederbayern“?

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16. Aug. 2022 –

Vergangene Woche trafen sich die Grünen des Kreisverbandes Dingolfing-Landau mit dem Landtagsabgeordneten Toni Schuberl, um das potentielle Baugrundstück des geplanten BMW-Werks in der Gottfriedingerschwaige zu besichtigen. Grundsätzlich unterstützen die Grünen die lokale und regionale Produktion von Batteriezellen, doch eine Wiederholung früherer Bausünden möchten sie auf keinen Fall: „Es darf kein zweites Wallersdorf geben!“, so MdL Toni Schuberl.

Es habe bereits ein intensives Gespräch mit BMW gegeben, so Schuberl weiter. Momentan existiere zwar noch kein konkreter Bauplan, da das Grundstück noch nicht endgültig ausgewählt sei, aber die Vorsätze von BMW seien beeindruckend: „Klimafreundlich, platzsparend, mit Gründächern und Photovoltaik auf den Dächern und - wo möglich - mit dem Baustoff Holz gebaut. Wenn das verwirklicht wird, dann setzt BMW neue Maßstäbe in Niederbayern", so der grüne Abgeordnete. Ein Werk, das den Ansprüchen des 21. Jahrhunderts gerecht wird - mit Gründächern, eigener Energieerzeugung, geschlossenen Kreisläufen, und dem Erhalt des Biotops auf dem Gelände wäre eine echte Innovation „made in Niederbayern“.

Allerdings bleibt abzuwarten ob die guten Vorsätze auch umgesetzt werden, denn bisher wurden die niederbayerischen BMW-Gebäude keineswegs nach diesen Vorsätzen gebaut. Bei dem Wallersdorfer Werk, das erst vor ein paar Jahren errichtet wurde, war es BMW offenbar wichtiger die eigenen Baukosten niedrig zu halten, als die gesellschaftlichen Kosten zu minimieren, so Schuberl. „Gerade das Werk in Wallersdorf scheint durch Menschen errichtet worden zu sein, die noch nichts von den aktuellen Krisen bemerkt haben." Eine Flächenversiegelung in diesem Ausmaß dürfe sich beim neuen Werk nicht wiederholen.

Auch geographisch ist das Bauvorhaben auf dem früheren Moorgebiet heikel. Die örtlichen Grünen machten sich deshalb vor Ort selbst ein Bild über die Bodenbeschaffenheit der torfigen Erde. Einerseits wäre die erneute Vernässung früherer Moore ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz, wie im Königsauer Moos bereits geschehen. Ebenso schwer würden die wegfallenden Produktionskapazitäten der Landwirtschaft wiegen. Auf der anderen Seite sei es enorm wichtig die Verkehrswende voranzutreiben, und bei der Akkuproduktion die Abhängigkeit von chinesischen Lieferketten zu reduzieren. Eine weitere Synergie wären die kurzen Wege zwischen den einzelnen BMW-Werken, was den CO2-Ausstoß ebenfalls stark verringern würde.

„Und wenn irgendwann einmal die gesamte Akkuproduktion, von den Zellen bis zur Endfertigung hier lokal vor Ort stattfindet, wäre für das Klima schon sehr viel gewonnen!“, so Tobias Martin vom Ortsverband der Grünen in Dingolfing. „Insofern unterstützen und begrüßen wir die Pläne von BMW – sofern sie so umgesetzt werden wie angekündigt.“

Nun sei es auch Aufgabe der Grünen, weiterhin mit BMW im Gespräch zu bleiben, um das Bauvorhaben zu begleiten und für öffentliche Transparenz zu sorgen.

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