Gedenken an KZ-Zug Nammering: MdL Toni Schuberl bezeichnet MdL Ralf Stadler als "offen rechtsradikal"

Teilen!

03. Jul. 2019 –

Der grüne Landtagsabgeordnete Toni Schuberl ist empört über die Aussage des AfD-Abgeordneten Ralf Stadler. Auf Facebook hatte Stadler über das Scheitern eines geplanten Mahnmals zum KZ-Zug in Nammering geschrieben: „Man muss die Vergangenheit auch mal ruhen lassen können. Nicht jeder Vorfall in der Geschichte bedarf eines Mahnmals. Das Einschreiten der Bürger verhindert ein überdimensioniertes Kunstprojekt, vorbildlich!“

Schuberl hingegen betont: „Die Nammeringer können stolz sein auf ihre damalige Rolle während dieser Gräuel. Ihr Mut und ihre Menschlichkeit, als sie trotz Drohungen der SS für die ca. 4500 ausgehungerten KZ-Häftlinge Essen sammelten, wird den Nammeringern immer zur Ehre gereichen. Sie haben es nicht verdient, dass ihre berechtigte Diskussion über die Art und Weise des Gedenkens von einem Rechtsradikalen instrumentalisiert wird.“ sagte Schuberl. Er wähle den Begriff „Rechtsradikaler“ in Bezug auf Ralf Stadler bewusst: „Wer nach der Vogelschiss-Debatte in der AfD das größte Naziverbrechen Niederbayerns mit 794 Ermordeten als einen normalen Vorfall in der Geschichte verharmlost und jegliches Gedenken hierfür ablehnt, tut dies vorsätzlich.“ Die Aussage reihe sich ein in die Aktivitäten der AfD-Fraktion im Landtag. Da werde das Plenum verlassen, wenn eine Überlebende des Holocaust spricht, da werde das Singen von „Deutschland, Deutschland über alles“ als patriotische Ehre bezeichnet und da blieb ein AfD-Abgeordneter beim Gedenken an die rechtsradikale Ermordung eines Politikers demonstrativ sitzen. „Wer so ein Treiben mitmacht, ist ein Rechtsradikaler“, betont Schuberl.

 „Die Erlebnisse unserer Großeltern, als die SS vor ihren Augen hunderte Menschen erschlagen und erschossen hat, haben sich eingebrannt und berühren mich noch heute.“ weiß Schuberl, der viele Augenzeugenberichte aus dieser Zeit gesammelt und in seinen Büchern veröffentlicht hat. Die Amerikaner zwangen Tage später alle Einwohner, sich die halbverwesten Toten anzusehen, damit nie jemand dieses Verbrechen leugnen wird können. „Über die Art und Weise des Gedenkens kann man diskutierten, doch wir dürfen niemals vergessen!“

« Zurück | Nachrichten »