Liebe Freundinnen und Freunde,
wer kennt es nicht, das Logo der Anti-Atomkraft-Bewegung?
Jetzt endlich ist e soweit und es ist wahrlich eine gute Nachricht: dampfende Kühltürme eines Atomkraftwerks sind in Deutschland Teil der Geschichte, nicht mehr der Gegenwart!
Der 15. April 2023 markiert eine Zeitenwende in der deutschen Energiepolitik.
Zum Vergleich: Österreich hat sein einziges gebautes Atomkraftwerk nie in Betrieb genommen,
Italien lehnte mit einer Volksabstimmung im Jahr 2011 den vom damaligen Ministerpräsidenten Berlusconi geplanten Wiedereinstieg in die Kernenergie mit 94% ab. Am 1. Juli 1990 waren die letzten Kernkraftwerke stillgelegt worden.
Rot-Grün hat zuerst im Jahr 2002 den Atomausstieg beschlossen.
Der Atomausstieg ist ein wichtiger Schritt für die Energiewende; diese sieht langfristig die vollständige Umstellung auf erneuerbare Energien und den völligen Verzicht auf konventionelle Energieträger wie Atom und fossile Brennstoffe vor.
Denn: Atomkraft ist die gefährlichste, die am wenigsten nachhaltige und auch die teuerste Energieproduktion, die es gibt.
Faktencheck:
Innerhalb von 77 Jahren gab es weltweit 33 Atomunfälle in kerntechnischen Anlagen mit Todesfällen durch Strahlenexposition, vier Reaktorblöcke von Atomkraftwerken explodierten in Form eines Super-Gaus, in weiteren sechs Fällen kam es zu Kernschmelzen.
Das Atomkraftwerk Isar 2 ist bereits 1988 in Betrieb gegangen und ist damit ein Uralt-Reaktor, älter als Temelin. Sollte es zu einem Super-Gau kommen, wäre Landshut auf Dauer eine Geisterstadt in der Sperrzone. Und je nach Windrichtung würde es weitere Teile Niederbayerns, Oberbayerns oder der Oberpfalz treffen. Bei Tschernobyl gibt es bis heute noch in 150 km Entfernung zum Kraftwerk Sperrzonen.
Der radioaktive Müll, den wir innerhalb von zwei Generationen verursacht haben, muss nun für 30.000 Generationen sicher gelagert werden. Zum Vergleich: Jesus lebte vor ca. 60 Generationen.
Hintergrund zu den genannten Zahlen:
In der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES) wird Stufe 4 definiert als Unfall mit geringfügiger Freisetzung von radioaktiven Stoffen und mindestens einem Todesfall durch Strahlenexposition.
Seit 1945 gab es weltweit folgende atomare Unfälle mit mindestens einem Todesfall durch Strahlenexposition, also INES Stufen 4 bis 7:
1945 Los Alamos (USA), 1946 Los Alamos (USA), 1949 Hanford Site (USA), 1952 Chalk River (Kanada), 1955 Idaho Falls (USA), 1957 Kyschtym (UdSSR), 1957 Sellafield (UK), 1958 Los Alamos (USA), 1959 Simi Valley (USA), 1959 Knoxville (USA), 1961 Idaho Falls (USA), 1964 Charlestown (USA), 1964-1979 mehrere Unfälle in Belojarsk (UdSSR), 1966 Melekess (UdSSR), 1966 Monroe (USA), 1969 Lucens (Schweiz), 1969 Rocky Flats (USA), 1973 Sellafield (UK), 1974 Leningrad (UdSSR), 1975 Leningrad (UdSSR), 1977 Belojarsk (UdSSR), 1977 Bohunice (CZ), 1978 Belojarsk (UdSSR), 1979 Three Mile Island (USA), 1980 Saint-Laurent (Frankreich), 1982 Tschernobyl (UdSSR), 1983 Buenos Aires (Argentinien), 1985 Wladiwostok (UdSSR), 1986 Gore (USA), 1986 Super-Gau in Tschernobyl (UdSSR), 1993 Sewersk (Russland), 1999 Tokai-mura (Japan), 2006 Fleurus (Belgien), 2011 mehrere Super-Gau in Fukushima (Japan).
In 6 Fällen ist die Einordnung in Stufe 4 nicht ganz eindeutig, es werden aber auch teilweise mehrere schwere Unfälle in einer Meldung zusammen gefasst, so dass man gut von 33 Fällen sprechen kann.
Super-Gaue gab es einen im AKW Tschernobyl und drei im AKW Fukushima.
Zusätzlich zu den 4 Super-Gauen kam es zu weiteren Kernschmelzen 1952 in Chalk River, 1955 in Idaho Falls, 1959 in Simi Valley, 1966 in Monroe, 1969 in Lucens und 1979 in Three Mile Island.
Für die „Sperrzone von Tschernobyl“ gibt es eine gute Karte auf Wikipedia, auf der man auch den Umfang erkennen kann:
-> Sperrzone von Tschernobyl – Wikipedia
Termine in diesem Jahr:
14.06. - Landtagsfahrt
02.07. - Donaupaddeltour von Deggendorf zum Mühlhamer Keller
Euer Toni Schuberl