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Die Aufarbeitung muss weitergehen

Vorbildliche Aufarbeitung des Missbrauchsskandals, Diözese Passau setzt Standards

 

Liebe Freundinnen und Freunde,

Die Situation der Kirche im Bistum Passau und die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals waren die zentralen Themen bei meinem Besuch beim Passauer Bischof Stefan Oster. Trotz abnehmender Mitgliederzahlen ist die Rolle der Kirche als wichtiger Akteur einer sozialen Gesellschaft weiterhin zentral. Uns einen gemeinsame Werte und Ziele, auch wenn ich Atheist bin.

Dies zeigt sich auch beim Thema Aufarbeitung des Missbrauchsskandals im Bistum Passau. Bischof Oster betonte erneut die Wichtigkeit dieses Themas und seine persönliche Unterstützung aller Anstrengungen diesbezüglich. Es wird bereits eine sehr umfangreiche unabhängige Studie zum Missbrauch durch Kleriker von der Universität Passau erarbeitet. Das Bistum stellt hierzu ausnahmslos alle Akten zur Verfügung. Nach einem vorangegangenen Treffen mit dem Ersteller der Studie, Prof. Marc von Knorring, kann ich bestätigen, dass die Rolle des Bistums Passau und auch persönlich des Bischofs vorbildlich ist. Passau setzt Standards bei der Aufarbeitung. Hier kann die Kirche wieder die Stellung eines moralischen Vorbilds gewinnen, das sie aufgrund des Skandals verloren hatte. 
Die Forschenden bitten betroffene Menschen, die Missbrauchs- oder Gewalterfahrungen durch die Kirche gemacht haben, sich bei ihnen zu melden, um ihre Geschichte in die Studie einfließen zu lassen. Weitere Informationen zur Studie gibt es unter www.uni-passau.de/missbrauchsstudie.

Erweiterte Missbrauchsstudie gefordert

 

Als Mitglied im Diözesanrat habe ich einen Beschluss erreicht, wonach die Ausweitung dieser Missbrauchsstudie gefordert wird. Nicht nur das Fehlverhalten von Klerikern, sondern auch von bei der Kirche angestellten Laien in allen Einrichtungen muss untersucht werden. In einem ersten Schritt muss geprüft werden, inwieweit Akten hierfür vorhanden und auswertbar sind, um den Umfang einer Folgestudie erfassen zu können. Selbst wenn hier die Auswertung schwieriger ist, muss das Machbare auch gemacht werden.

Bischof Oster betonte die Wichtigkeit der Prävention, damit Missbrauch in Zukunft von vornherein verhindert werde. Hierzu seien Gewaltschutzkonzepte erarbeitet worden. Hier habe man Lehren aus dem früheren Versagen gezogen. Der Staat hingegen ist hier noch nicht so weit aus meiner Sicht. Es gibt nicht einmal eine Pflicht, an öffentlichen Grundschulen Gewaltschutzkonzepte zu erarbeiten. Mein Anliegen ist, dass wir mit der Aufarbeitung nicht bei den Kirchen aufhören, sondern bei Staat und Gesellschaft weitermachen. Auch hier kennen wir nur die Spitze des Eisbergs. Und hier sehe ich mich als Abgeordneter in der Pflicht, denn wir stehen leider noch völlig am Anfang.

Euer