Toni Schuberl

Mitglied des Bayerischen Landtags

Impulse für eine nachhaltige Zukunft

Klimatag Gymnasium Niederalteich

06.04.26 –

„Klimaschutz ist Teamarbeit“ – unter diesem Motto stand der diesjährige Klimatag der zehnten Klassen, der am vergangenen Freitag einen intensiven Einblick in die komplexen Herausforderungen und Lösungsansätze für unsere Umwelt bot.
Die Schülerinnen und Schüler erwartete ein vielfältiges Programm, das unter anderem wissenschaftliche Expertise, kommunale Praxisbeispiele und politisches Engagement auf Augenhöhe miteinander verknüpfte.

Wasserstoff: Hoffnungsträger der Energiewende
Den Auftakt bildete ein hochkarätiger Vortrag von Prof. Dr. Bernd Kuhn von der Technischen Hochschule Deggendorf. Er beleuchtete das Potenzial von Wasserstoff als Schlüsseltechnologie der Zukunft. Dabei wurde deutlich: Wasserstoff ist ein vielseitiger Energieträger für die Industrie – etwa in der Stahlherstellung oder der Chemiebranche –, doch seine klimafreundliche Zukunft ist eng mit der Produktion von „grünem“ Wasserstoff und staatlichen Förderstrategien verknüpft. Prof. Kuhn betonte, dass grüner Wasserstoff vor allem dort eingesetzt werden sollte, wo direkte Elektrifizierung an ihre Grenzen stößt.

Praxisnah und vielfältig: Die Stationen
In kleinen Gruppen durchliefen die Klassen anschließend vier Stationen, die den Klimawandel aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchteten:
• Wissenschaft erleben (Klimakoffer): Unter der Leitung der Physiklehrer Christian Straßer und Simon Domani wurde Klimaphysik greifbar. Die Schülerinnen und Schüler experimentierten mit dem „Klimakoffer“, simulierten unter anderem die Versauerung der Ozeane, analysierten CO2-Speichereffekte und erforschten die Wirkung von Treibhausgasen auf die Erdtemperatur.
• Landwirtschaft im Wandel: Regina Silbereisen vom Passauer Bauernverband und Landwirt Alois Penninger diskutierten kontrovers über die Rolle der Landwirtschaft als Verursacher, aber auch als Schützer des Klimas in dreifacher Hinsicht: Digitalisierung auf dem Acker, Böden als CO2-Schwamm und grüne Energie vom Hof. Sie warnten außerdem vor dem „Leakage-Effekt“: Werden Emissionen nur durch Importe verlagert, schadet dies der globalen Klimabilanz. Ihre Botschaft: Regionalität, Saisonalität und ein bewusster Konsum sind essenzielle Beiträge jedes Einzelnen.
• Vorbild Ascha: Wie kommunaler Klimaschutz gelingt, präsentierte Bürgermeister David Groth. Die Gemeinde Ascha, mehrfach für ihre Nachhaltigkeit ausgezeichnet, setzte bereits 1997 erste Zeichen. Ob durch Nahwärmenetze oder striktes Flächenmanagement – Bürgermeister Groth gab den Jugendlichen eine zentrale Erkenntnis mit: „Wir tun das alles nicht für die Erde, sondern für uns.“

Politik im Dialog: Ein „Heimspiel“ für Toni Schuberl
Zum Abschluss des Tages stellte sich Toni Schuberl, Mitglied des Bayerischen Landtags (Bündnis 90/Die Grünen) und ehemaliger Schüler des SGG, den Fragen der Zehntklässler. In seinem Vortrag verglich er die Klimakrise mit einer Fahrt auf eine Wand zu: „Die Frage ist nun, wie schnell und stark wir vorher abbremsen.“
Schuberl verdeutlichte die drastischen Folgen der Erwärmung – etwa, dass eine durchschnittliche globale Temperaturerhöhung um 2 Grad Celsius in Bayern 4 Grad bedeuten würde, was beispielsweise unsere Wälder und die Wasserversorgung in Franken fundamental gefährden würde.
In der anschließenden, sehr lebhaften Diskussion bezog er Stellung zu aktuellen Themen, die den Schülern auf der Seele brennen, u.a.:
• Mobilität: Während Verbrenner derzeit noch wirtschaftlich rentabel seien, bilde das E-Auto die Zukunft. Die deutsche Automobilindustrie müsse sich hier proaktiv positionieren.
• Künstliche Intelligenz: Den hohen Energie- und Wasserverbrauch von KI Rechenzentren sieht Schuberl kritisch; die Lösung liege hier zwingend im Ausbau regenerativer Energien.
• Vertrauen: Auf die Frage, was der Einzelne tun könne, betonte er, dass der Weg zur Klimaneutralität alternativlos sei. Die aktuelle Herausforderung für die Politik sei es, das erschütterte Grundvertrauen der Wähler zurückzugewinnen, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten.

Fazit und Dank
Den Abschluss des Tages bildete ein gemeinsames Fazit der Referenten und des Schulleiters Johann Lummer. Einhellig wurde betont, wie wichtig es sei, dass die nächste Generation die Klimawende aus unterschiedlichen Blickwinkeln – von der Forschung und Entwicklung über die landwirtschaftliche Praxis bis hin zur kommunalen und staatlichen Politik – betrachtet. Die Schulleitung dankt den externen Gästen für ihre wertvollen Beiträge und den Physiklehrkräften für die Organisation der praktischen Module.

Es war ein überaus aufschlussreicher und lehrreicher Tag, der einmal mehr verdeutlicht hat, dass die Gestaltung unserer Zukunft eine gemeinsame Anstrengung ist, die bei jedem Einzelnen beginnt.

Lisa Zimmermann (St. Gotthard-Gymnasium)

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