
13.01.26 –
Fast wäre ein wichtiges landesweites Pilotprojekt zum Schutz von heimischen Flusskrebsen gescheitert. Durch Zufall erfuhr der grüne Landtagsabgeordnete Toni Schuberl vom Zentinger Bürgermeister Dirk Rohowski, dass im Bereich zwischen Zenting und Thurmansbang eine sogenannte Krebssperre geplant gewesen sei, das Projekt jetzt aber gestorben sei.
Edelkrebs und Steinkrebs sind zwei heimische Flusskrebsarten, die vom Aussterben bedroht sind. Eingeschleppte amerikanische Flusskrebse führen die Krankheit Krebspest mit sich. Sobald diese in Lebensräume der heimischen Krebse vordringen, sterben diese dort unmittelbar und vollständig aus. Um die letzten Bestände zu schützen, muss das Vordringen der amerikanischen Flusskrebse also auf Dauer gestoppt werden. Das Landesamt für Umwelt plante deshalb die niederbayernweit erste Krebssperre bei uns im Landkreis. Als jedoch wenige hundert Meter unterhalb des geplanten Standortes bereits amerikanische Flusskrebse gesichtet worden sind, wurde das Projekt gestoppt. Die Planungen, die wasserrechtliche Genehmigung und der Bau hätten zu lange gedauert, so dass befürchtet worden ist, dass der amerikanische Flusskrebs vor Vollendung des Baus bereits weiter vorgedrungen wäre.
„Als ich das hörte, konnte ich es nicht fassen,“ erklärt Schuberl. „Endlich bekommen wir die Chance, unsere heimischen Bestände zu schützen und dann soll alles gescheitert sein?“ Mit Rohowski gemeinsam machte sich der Abgeordnete auf die Suche nach einem besseren Standort weiter oberhalb. Und sie wurden fündig. An einer Stelle gab es bereits eine Schwelle im Wasser, so dass diese nicht mehr gebaut werden müsse und damit war auch kein wasserrechtliches Genehmigungsverfahren notwendig. Die Wände der Schwelle mussten nur noch mit Edelstahlplatten verkleidet werden, um den Krebsen den Aufstieg unmöglich zu machen. Doch obwohl das Projekt nun nur noch einen mittleren vierstelligen Betrag kostete, schien es nun an der Finanzierung zu scheitern. Nach einem Gespräch Schuberls mit Umweltminister Thorsten Glauber standen die Gelder jedoch bereit und das Projekt wurde wiederbelebt.
Nun steht Niederbayerns erste Krebssperre im Landkreis Freyung-Grafenau und schützt an dieser Stelle die heimischen Stein- und Edelkrebse. „Da bin ich schon stolz drauf, das Projekt mit gerettet zu haben und danke Bürgermeister Rohowski, Umweltminister Glauber und dem Landesamt für Umwelt für die Umsetzung,“ freut sich Schuberl bei einem Ortstermin mit dem Grünen Ortsverband Sonnenwald-Dreiburgenland bei der Krebssperre. Weitere Krebssperren sollen in den kommenden Monaten und Jahren in ganz Bayern folgen, teilt das Landesamt für Umwelt mit. Wichtig ist, dass niemand einen Krebs aus einem Bach fängt und ihn woanders einsetzt. Damit können ganze Bestände unwiederbringlich vernichtet werden.
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